Freinacht – Wenn „Brauchtum“ plötzlich einen Feuerlöscher braucht
Maria Sabbas-Scouras
Es ist wieder soweit: Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai steht vor der Tür – in München besser bekannt als die sagenumwobene „Freinacht“. Eine Nacht, in der Jugendliche traditionell durch die Straßen ziehen, Streiche spielen und… nun ja, gelegentlich die Definition von „Spaß“ etwas kreativ auslegen.
Die Polizei München hat dazu eine klare Botschaft, die sich ungefähr so zusammenfassen lässt:
„Ein bisschen Schabernack? Gerne. Eine brennende Mülltonne? Eher ungünstig.“
Denn während das klassische Umstellen von Gartenmöbeln vielleicht noch als halbwegs charmant durchgeht, hört der Humor spätestens dann auf, wenn Verkehrszeichen plötzlich aussehen wie moderne Kunst oder Hauswände unfreiwillig zur Leinwand werden. Ganz zu schweigen von Mülltonnen, die beschließen, ein Eigenleben als Lagerfeuer zu führen.
Die Polizei bringt es deshalb erstaunlich poetisch auf den Punkt:
„Brauchtum ja – Straftaten nein!“
Ein Satz, der im Grunde bedeutet:
Wenn dein „Streich“ am nächsten Tag eine Rechnung, Anzeige oder Feuerwehr nach sich zieht, war es vielleicht doch eher Kategorie „keine gute Idee“.
Also, liebe Nachtschwärmer: Zieht los, habt Spaß, genießt die mystische Freinacht – aber denkt daran, dass Eigentum anderer Menschen kein interaktives Spielfeld ist. Oder anders gesagt:
Wenn dein Spaß nur funktioniert, weil jemand anderes danach weniger Spaß hat, ist es wahrscheinlich kein besonders guter Spaß.
In diesem Sinne: Fröhliche Freinacht – und möge alles am nächsten Morgen noch da stehen, wo es hingehört.