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LANDKREIS und MÜNCHENER NORDEN

Herausragende Leistungen für die Allgemeinheit: Drei Bezirksmedaillen gehen an Landkreisbürger

Maria Sabbas-Scouras

Als Zeichen seiner Anerkennung verleiht der Bezirk Oberbayern an Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht haben, die Bezirksmedaille.
Am 18. Oktober 2016 zeichnete der Regierungsbezirk in München drei verdiente Menschen aus dem Landkreis München aus: Elisabeth Setzer aus Unterschleißheim, Hans Lederwascher aus Kirchheim und Dr. Klaus E. Thoma aus Ismaning.
Bezirkstagspräsident Josef Mederer ehrte Elisabeth Setzer für ihr „ehrenamtliches Engagement, ihre Hingabe für andere und ein Leben im Dienste der Inklusion“. Die langjährige Leiterin des Sehbehindertenzentrums (SBZ) in Unterschleißheim engagiert sich weit über ihre berufliche Tätigkeit hinaus für die Interessen der Blinden und Sehbehinderten.

Ein Leben für die Volksmusik
Für sein Engagement, seine Leidenschaft und sein musikalisches Gespür in der Musik- und Brauchtumspflege erhielt Hans Lederwascher aus Kirchheim ebenfalls die Bezirksmedaille. Seit über 25 Jahren kümmert sich der Kreisvolksmusikpfleger um den Erhalt und die Weiterentwickelung echter bayerischer Volksmusik im Landkreis München.

Umweltschutz und Integration
Seit einem Vierteljahrhundert betreibt Dr. Klaus E. Thoma „Heimatschutz durch Landschaftspflege“ und hat mit seinem Verein „Bürgergemeinschaft für Landschaftspflege Ismaning“ Maßgebliches für Mensch und Natur im Münchner Norden geleistet. Denn der Verein schützt nicht nur das ökologische System zwischen Ismaning und dem Flughafen, er verbindet auch die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen im Naturschutz.
Landrat Christoph Göbel zeigte sich beeindruckt von so viel Engagement im Landkreis München: „Die Leidenschaft und Selbstlosigkeit, die alle drei Geehrten in ihrem Ehrenamt zeigen, kann und soll für uns alle ein Vorbild sein. Menschen wie Elisabeth Setzer, Hans Lederwascher und Dr. Klaus E. Thoma sind unverzichtbar für eine lebendige und funktionierende Gesellschaft.“

Laudatio durch Bezirkstagspräsident Josef Mederer für Elisabeth Setzer:
„Ehrenamtliches Engagement, Hingabe für andere, ein Leben im Dienste der Inklusion – wenn man diese drei Begriffe auf eine Person anwenden möchte, dann passt das auf Elisabeth Setzer.
Das Leben von Elisabeth Setzer war von frühester Kindheit an geprägt von dem Umgang und dem Miteinander von sehenden, blinden und sehbehinderten Menschen.
Inklusion, also das alltägliche Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Stärken, war für Frau Setzer immer schon gelebte Normalität: Ihr Vater, Anton Setzer, wirkte als Lehrer am Münchner Blindenbildungsinstitut. Als Elisabeth fünf Jahre alt wurde, erhielt ihr Vater den Posten des Direktors der Augsburger Blindenanstalt. Das Charakteristische dieser Schul- und Bildungsstätte wie auch der Wohn- und Lebensgemeinschaft war die ausgesprochen familiäre Atmosphäre des Hauses. So wohnte auch Familie Setzer zusammen mit Blinden und Sehbehinderten in familiärer Gemeinschaft.
Die Eltern Setzer gaben Ihre Vorstellung und Lebensweise an Ihre Kinder weiter. Elisabeth Setzer schlug die Ausbildung zur Volksschullehrerin ein, die sie als die damals jüngste Lehrerin Deutschlands absolvierte. Nach 5jähriger Lehrtätigkeit an verschiedenen Volksschulen ließ sie sich in Heidelberg zur Sehbehinderten- und Blindenlehrerin ausbilden.
Mit Ihrer Kompetenz und Ihrem Feingefühl, mit Ihrem Bedürfnis zu helfen und Behinderte in ihrer Eigenständigkeit zu fördern, lag es in der Natur der Sache, dass Elisabeth Setzer bereits 1968 als Schulleiterin der zur Sehbehindertenschule umgewandelte Blindenanstalt in Augsburg ernannt wurde.
Nach etlichen Jahren wurde jedoch der Platz in Augsburg zu knapp und so suchte man nach einem neuen Standort für eine Einrichtung für Sehbehinderte.
Mit Hilfe der Bezirke Oberbayern, Niederbayern und Schwaben konnte das neue Sehbehindertenzentrum (SBZ) in Unterschleißheim errichtet werden. Bereits in der Planungs- und später auch in der Bauphase des SBZ war Frau Setzer voll mit eingebunden. Nach der Fertigstellung im September 1983 übernahm Elisabeth Setzer mit viel Erfahrung, sehr großem Engagement und enormer Sachkenntnis auch die Schulleitung.
Sie drängte sich nie in den Vordergrund, lenkte aber mit viel Geschick, fundiertem Wissen, hoher Intelligenz und steter Beharrlichkeit die Geschicke der Edith-Stein-Schule und der gesamten Einrichtung. Zu einer wahren „Herkulesaufgabe“ wurde im Jahr 2000 die Integration der Landesschule für Blinde in die Einrichtung, die daraufhin in „Sehbehinderten- und Blindenzentrum“ umbenannt wurde.
Wegen der schweren Krankheit ihres Bruders, Patzer Friedrich Michael Setzer SJ, dem damaligen Direktor des Sehbehindertenzentrums, musste Frau Setzer schließlich die Gesamtleitung übernehmen. 2004 wurde sie zur 1. Vorsitzende des Vereins "Sehbehinderten- und Blindenzentrum e.V." gewählt. Sie füllte dieses Ehrenamt mit ihrer ganzen Tatkraft und Energie bis zum Jahr 2014 aus. Im Anschluss daran folgte die Ernennung zur Ehrenvorsitzenden.
Weit über die berufliche Tätigkeit hinaus und vor allem in den Ruhestand hinein und bis heute hat sich Elisabeth Setzer in ihrer selbstlosen Art mit viel Herz und Energie für blinde und sehgeschädigte Kinder und Jugendliche und deren Familien eingesetzt. Die eigene Person ist gegenüber dem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement immer in den Hintergrund getreten. Unermüdlich hat Elisabeth Setzer für die Belange der Blinden und Sehbehinderten gekämpft, Spenden gesammelt und um Aufmerksamkeit und Verständnis in der
Gesellschaft geworben. Dieses ehrenamtliche Engagement ist vorbildlich und verdient Anerkennung!
Mit unserer Bezirksmedaille sagen wir Frau Setzer heute „Vielen herzlichen Dank“ für Ihr vorbildliches Engagement!“

Laudatio durch Bezirkstagspräsident Josef Mederer für Hans Lederwascher:
„Echter bayerischer Volksmusik hat sich Hans Lederwascher verschrieben. Er hat sich der schwierigen Aufgabe gestellt, Traditionelles im Original zu erhalten und sich gleichzeitig einer zeitgemäßen Weiterentwicklung nicht zu verschließen. 1991 hat ihn der Kreistag zum Kreisvolksmusikpfleger bestellt. Es war die Idee von Hans Lederwascher, das jährlich Treffen der Volksmusikanten aus dem Landkreis München als Hoagartn im Innenhof des Landratsamtes zu veranstalten. Mit Musikgruppen aus dem Landkreis hat er vier Volksmusik-CDs aufgenommen. Er organisiert fünf bis sieben Konzerte im Jahr. Er füllt die Musik- und Brauchtumspflege mit Leidenschaft, Können und in seinem Fall im wahrsten Sinne des Wortes mit dem richtigen Ton mit Leben.
Seit drei Jahrzehnten ist die bayrische Volksmusik in Kirchheim lebendig. Das haben wir Hans Lederwascher zu verdanken. Mit unterschiedlichen Veranstaltungen bringt er die ursprüngliche Musik Oberbayerns in all ihrer Bandbreite dem Kirchheimer Publikum nahe: durch „Offenes bairisches Singen" und durch seine „Volksmusik zu Cäcilientag" (bereits seit 1986). Hierbei wirkt Lederwascher als Veranstalter, Organisator, Musiker, Leiter und Dirigent in einem.
Seit 1990 trägt Herr Lederwascher zudem den Titel Kreisvolksmusikpfleger. ln dieser Eigenschaft kümmert er sich ebenfalls um Erhalt und Weiterentwicklung der echten bayerischen Volksmusik im Landkreis München.
Mit viel Engagement, Leidenschaft und musikalischem Gespür widmet sich Hans Lederwascher der Musik- und Brauchtumspflege und vernetzt außerdem die traditionellen Musikgruppen des Landkreises. Er ist präsent und schafft es, die Volksmusik dahin zu bringen, wo sie hingehört: zu den Menschen.
Als Kreisvolksmusikpfleger sieht Lederwascher einen wesentlichen Bereich seiner ehrenamtlichen Tätigkeit darin, die überlieferte Volksmusik zu erhalten. Einen wichtigen Teil dieser Bemühungen stellt die CD-Reihe "Volksmusik im Landkreis München“ dar. Seit 1999 hat Lederwascher vier verschiedene CDs aufgelegt.
Die Präsentation der nun fünften CD in der Reihe "Volksmusik im Landkreis München" fand im Rahmen des alljährlichen Volksmusikantentreffens im Rittersaal der Burg Schwaneck statt. Sie steht unter dem Motto "Heitere Klänge" und verbreitet mit vielen "lustigen G´sangln" und "schneidigen Stückln" gute Sommerlaune.
Mit unserer Bezirksmedaille sagen wir heute „Vielen herzlichen Dank“ für Ihr vorbildliches Engagement!“

Laudatio durch Bezirkstagspräsident Josef Mederer für Dr. Klaus E. Thoma:
„Was kann es Schöneres geben, als sein ehrenamtliches Engagement wachsen und immer größer werden zu sehen?“ Bei Dr. Klaus Thoma ist das der Fall, er sieht im wahrsten Sinne des Wortes das Ziel seines Tuns wachsen: Genau seit einem Vierteljahrhundert engagiert sich Dr. Thoma mit seinem Verein.
„Bürgergemeinschaft für Landschaftspflege Ismaning“. Damit unterstützt er einerseits den Naturschutz und begeistert andererseits die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und bringt sie zusammen.
Der Norden Münchens birgt nahezu alle Negativeinrichtungen der Landeshauptstadt und ist ökologisch völlig überlastet.
Dennoch sollten auf der Ismaninger Flur neben einem Kohle-Großkraftwerk die neue Mülldeponie der Landeshauptstadt München errichtet sowie weitere wirtschaftlich zu nutzende Flächen erschlossen werden.
Dazu hieß es schlicht: Hier besteht ohnehin nur eine »ausgeräumte Agrarsteppe«, also keine schützenswerte Landschaft wie im Münchner Süden! Von Dr. Thoma stammt der schöne Satz: "Wenn die Flur ausgeräumt ist, dann räumen wir sie eben wieder ein!" Vor diesem Hintergrund entstand vor 25 Jahren der Leitgedanke »Heimatschutz durch Landschaftspflege« mit dem Ziel, den ökologisch so empfindlich gewordenen Bereich zwischen Ismaning und Großflughafen zu schützen, zu erhalten und nachhaltig zu gestalten.
Mit dem Verkauf von „ein Quadratmeter Ismaninger Flur“ für 15 € wurde die finanzielle Basis zum Erwerb größerer Flächen geschaffen. Durch langfristige Pachtverträge gewann man weitere Areale hinzu, die mit Bäumen und Sträuchern zu einem ökologischen Netzwerk heranreifen, in dem von den Isarauen bis zur Goldach eine freie Tierpassage durch Hecken und Waldstücke gesichert ist.
Was anfänglich vor weiteren Negativeinrichtungen der Stadt München behüten sollte, ist inzwischen zu einer landschaftlich wertvollen Ruhezone für Mensch, Tier und Pflanzenwelt geworden.
Seit 1991 pflanzte die Bürgergemeinschaft etwa 40.000 Büsche und Bäume, die Jahr für Jahr dichter und höher werden. Vor allem ermöglichen sie in ihrem Verbund die zusätzliche Ansiedlung von Wild, Kleinsäugern, Vögeln und Reptilien in der Vernetzung der Isarauen mit der Goldach.
Die Erweiterung der Pflanzflächen kann aber nicht das alleinige Ziel sein. Die Hege und Pflege der schon vorhandenen Grundstücke gehört genauso dazu, wie das Auslichten zur Erzielung einer intakten Pflanzung und die Anlage von Neupflanzungen. Oberstes Ziel der weiteren Arbeit wird jedoch die Vernetzung der weitläufigen Flächen sein.
Besonders freut mich, dass wir hier nicht das Engagement einzelner vor uns haben, sondern dass Dr. Thoma das bürgerschaftliche Engagement auf eine breite Basis stellt: Dank seines ehrenamtlichen Engagements ist es möglich, dass bei Schulwandertagen, Führungen und Exkursionen der Funke des Umweltschutzes und des bürgerschaftlichen Engagements weiter überspringt auf die nächsten Generationen. Schulter an Schulter schwingt der Universitätslehrer den Spaten neben dem Flüchtling aus Eritrea, wenn es gilt, neue Bäume zu pflanzen. Das ist nicht nur gelebter Umweltschutz, das ist gelebter Bürgersinn, das ist gelebte Inklusion, das ist gelebtes Ehrenamt. DANKE!“

 Hans Lederwascher aus Kirchheim mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer. Fotograf: Wolfgang Englmaier.

Hans Lederwascher aus Kirchheim mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer. Fotograf: Wolfgang Englmaier.

 Dr. Klaus E. Thoma aus Ismaning mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer. Fotograf: Wolfgang Englmaier.

Dr. Klaus E. Thoma aus Ismaning mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer. Fotograf: Wolfgang Englmaier.

 Elisabeth Setzer aus Unterschleißheim mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer. Fotograf: Wolfgang Englmaier.

Elisabeth Setzer aus Unterschleißheim mit dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer. Fotograf: Wolfgang Englmaier.

Quelle: Landratsamt München