LANDKREIS und MÜNCHENER NORDEN
Raubüberfall auf Kurierfahrer – rund 300 Mobiltelefone gestohlen
Maria Sabbas-Scouras
Aschheim: Ein Kurierfahrer ist am Dienstagabend auf dem Parkplatz Lohwald West an der A99 bei Aschheim überfallen worden. Die Täter erbeuteten rund 300 generalüberholte Mobiltelefone im Wert eines mittleren fünfstelligen Betrags.
Der 35-jährige Fahrer war gegen 23 Uhr mit einem Kleintransporter auf dem Parkplatz unterwegs. Er transportierte im Auftrag eines Elektronikunternehmens mehrere hundert generalüberholte Mobiltelefone von Frankfurt am Main nach Italien. Während einer kurzen Pause verließ er den Transporter und wurde dabei unvermittelt von mehreren bislang unbekannten Männern angegriffen.
Einer der Täter sprach den Fahrer zunächst an. Anschließend wurde der 35-Jährige mit Pfefferspray besprüht und zu Boden gestoßen. Die Täter öffneten daraufhin den Transporter und entwendeten etwa 300 Mobiltelefone. Im Inneren des Fahrzeugs entstand zudem Sachschaden.
Nach bisherigen Erkenntnissen flüchteten die Männer anschließend mit einem schwarzen SUV, möglicherweise einem schwarzen Mercedes, in unbekannte Richtung. Der leicht verletzte Fahrer konnte mit Unterstützung eines unbeteiligten Zeugen die Polizei verständigen. Er wurde vor Ort vom Rettungsdienst behandelt.
Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb bislang ohne Erfolg. Die weiteren Ermittlungen hat das Kommissariat 21 des Polizeipräsidiums München übernommen.
Polizei sucht Zeugen
Die Polizei bittet insbesondere Personen, die am Dienstag, 18. August, gegen 23 Uhr auf dem Parkplatz Lohwald West unterwegs waren und verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden. Von Interesse sind vor allem Hinweise zu den Tatverdächtigen oder zu einem schwarzen SUV beziehungsweise Mercedes.
Einer der Männer wird als etwa 1,90 Meter groß beschrieben. Er hatte einen dunklen Bart und schwarze, schulterlange Haare und trug ein dunkles T-Shirt sowie eine weiße Baseballkappe. Der zweite Täter soll klein und schlank gewesen sein und einen grauen Kapuzenpullover getragen haben. Mindestens einer der Männer sprach Deutsch mit osteuropäischem Akzent.
Hinweise nimmt das Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, unter 089 2910-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Quelle: Polizeipräsidium München (Stand 20.08.2026)
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Blaualgen im Heimstettener See nachgewiesen
Maria Sabbas-Scouras
Gesundheitsamt rät vom Baden ab – Für den Deininger Weiher bleibt das Badeverbot bestehen
Bei der routinemäßigen Überwachung der Badeseen im Landkreis München sind jetzt auch im Heimstettener See Anzeichen für eine vermehrte Blaualgenentwicklung aufgefallen. In der am Südufer entnommenen Wasserprobe konnten einzelne Cyanobakteriengattungen nachgewiesen werden.
Das Gesundheitsamt München Land rät daher bis auf Weiteres vom Baden im gesamten Heimstettener See ab. Es werden entsprechende Hinweisschilder am See platziert. Ein Badeverbot ist in Anbetracht der Gesamtsituation bei den derzeit nicht stark ausgeprägten visuellen Auffälligkeiten, dem aktuell nicht stark erhöhten Vorkommen von Blaualgen sowie der Wetterprognose für die nächsten Tage nicht angezeigt.
Eine Gesundheitsgefährdung für Menschen und Tiere kann dennoch nicht ausgeschlossen werden. Daher werden Gäste des Heimstettener Sees gebeten, die Warnung ernst zu nehmen und insbesondere auch auf Kinder zu achten.
Hunde und andere Tiere sollten ebenfalls vom Wasser ferngehalten werden und nicht aus dem See trinken oder darin baden. Das Gesundheitsamt wird die Entwicklung im Blick behalten und weitere Kontrollen durchführen.
Auf Badevergnügen im Deininger Weiher muss weiterhin verzichtet werden Aufgrund der immer noch sichtbaren Schlieren bzw. Algenteppiche und der weiterhin auffälligen Wasseranalysen, kann für den Deininger Weiher derzeit noch keine Entwarnung gegeben werden. Das Badeverbot bleibt daher noch bestehen. Das für die nächsten Tage vorausgesagte Wetter mit kühleren Temperaturen und Niederschlägen könnte sich positiv auf die Entwicklung auswirken.
Das Gesundheitsamt München Land kontrolliert den Deininger Weiher weiterhin engmaschig und informiert, sobald das Badeverbot wieder aufgehoben werden kann.
Was sind Blaualgen?
Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen genannt, sind Teil einer natürlichen Ökologie in Gewässern. Bei bestimmten Bedingungen können sich Cyanobakterien massenhaft vermehren. Diese Prozesse sind sehr dynamisch.
Die zuletzt vorherrschenden Wetterbedingungen mit anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen waren für eine Massenvermehrungen von Cyanobakterien äußerst günstig.
Cyanobakterien kommen insbesondere in Uferbereichen und Flachwasserzonen vor. Trübungen, eingeschränkte Sichttiefen, Schlieren oder „Algenteppiche“ können hierbei Hinweise auf eine Vermehrung von Cyanobakterien („Blaualgen“) geben. Manche Cyanobakterien-Arten sind nicht frei im Wasser vorhanden, sondern finden sich als Aufwuchs, z.B. an Wasserpflanzen, Treibholz und Steinen.
Die von einigen Gattungen produzierten Giftstoffe (Cyanotoxine) können bei Menschen und Tieren gesundheitliche Probleme verursachen. Insbesondere Kleinkinder und Tiere sind gefährdet, wenn sie beim Spielen bzw. beim Aufenthalt am Ufer bewachsene Wasserpflanzen, Steine oder Treibgut in den Mund nehmen bzw. belastetes Wasser schlucken und dadurch größere Mengen der Giftstoffe aufnehmen.
Mögliche Symptome beim Menschen sind beispielsweise Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Haut- und Schleimhautreizungen. Bei Tieren kann es zu tödlichen Vergiftungen kommen.
Bei grünlich oder rötlich trübem Wasser bzw. bei Vorkommen von schwimmenden bzw. aufwachsenden grünen oder roten Schichten sollten Hautkontakt bzw. das Verschlucken von Wasser unbedingt vermieden werden.
Hunde und andere Tiere sollten von betroffenen Gewässern ferngehalten werden und nicht daraus trinken oder darin baden.
Weiterführende Informationen zu Cyanobakterien gibt es auf der Website des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit:
www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/badeseen/cyanobakterien_blaualgen.htm.
Quelle: Landratsamt München (Stand 19.08.2026)
Vater und Tochter im Feringasee ertrunken? Besorgte Seniorin sorgt für Großeinsatz
Maria Sabbas-Scouras
Eine besorgte Münchnerin alarmiert am Samstag die Rettungskräfte, weil ihr Sohn und ihre Enkelin nach dem Schwimmen nicht zurückkehren. Während der großen Suche gibt es eine überraschende Wendung.
Vermutlich auch angesichts der vielen Ertrinkungsfälle der vergangenen Wochen wählte eine besorgte Seniorin am Samstagabend den Notruf. Ihr 46-jähriger Sohn und ihre 12-jährige Enkelin seien im Feringasee in Unterföhring (Landkreis München) schwimmen gegangen und seit längerer Zeit nicht zurückgekehrt.
Sofort rückten mehrere Streifen der Polizei sowie Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienst zum Feringasee aus und leiteten umfangreiche Suchmaßnahmen ein, wie die Polizei mitteilt.
Großeinsatz am Feringasee – dann tauchen Vater und Tochter auf
Auch ein Rettungshubschrauber und mehrere Boote beteiligten sich an der Suche nach Vater und Tochter. Die 79-jährige Münchnerin gab an, dass die beiden bereits seit etwa einer halben bis einer Stunde verschwunden gewesen seien.
Nach weiteren rund 30 Minuten – noch während die Einsatzkräfte nach den beiden suchten – tauchten der 46-Jährige und seine Tochter schließlich wohlbehalten am Ufer auf. Sie seien lediglich länger schwimmen gewesen als geplant, erklärten sie den Einsatzkräften. Damit endete der Großeinsatz glücklicherweise glimpflich.
Vermehrt Ertrinkungsfälle diesen Sommer
Die Sorge der Seniorin ist angesichts der jüngsten Badeunfälle in München und der Region nachvollziehbar. Wie die AZ berichtete, kam es in den vergangenen Wochen mehrmals zu schweren Vorfällen an Badeseen. Zuletzt schwebte ein 23-Jähriger nach einem Badeunfall im Langwieder See in Lebensgefahr.
4000 Euro pro Stunde: Sucheinsätze kostspielig
Manche Rettungseinsätze stellen sich später als Fehlalarm heraus – dennoch müssen die Einsatzkräfte freilich jeder Vermutung eines möglichen Ertrinkungsfalls sofort nachgehen. Das ist nicht nur personell aufwendig: Wie die Polizei der AZ kürzlich mitteilte, kostet allein der Einsatz eines Polizeihubschraubers rund 4000 Euro pro Stunde.
Streit am Feringasee eskaliert – 70-Jähriger nach Bedrohung vorläufig festgenommen
Maria Sabbas-Scouras
Ein Badeausflug am Feringasee in Unterföhring endete am Samstagvormittag mit einem größeren Polizeieinsatz. Ein 70-jähriger Mann soll eine Badegästin sowie mehrere Helfer bedroht und beleidigt haben. Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt.
Nach Angaben der Polizei befanden sich gegen 11.10 Uhr eine 28-jährige Frau aus dem Landkreis Oberallgäu und ein 70-jähriger Münchner zum Schwimmen im Feringasee. Aus bislang ungeklärter Ursache gerieten die beiden im Wasser in Streit. Dabei soll der ältere Mann die Frau nicht nur beleidigt, sondern auch bedroht haben.
Die 28-Jährige verließ daraufhin das Wasser und begab sich ans Ufer. Dort wurde sie von aufmerksamen Badegästen unterstützt. Doch auch diese gerieten ins Visier des 70-Jährigen: Nach Polizeiangaben bedrohte er die Helfer mit einem Stein, den er aus dem See aufgenommen hatte.
Mehrere Zeugen verständigten daraufhin über den Notruf die Polizei. Als der Mann die heranrückenden Einsatzkräfte bemerkte, schwamm er zu mehreren Bojen in der Mitte des Sees. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich daraus ein Wassernotfall entwickeln könnte, wurde vorsorglich die Wasserwacht Unterföhring mit einem Rettungsboot alarmiert.
Gemeinsam mit Polizeibeamten fuhr die Wasserwacht zu dem Mann hinaus. Ein medizinischer Notfall bestätigte sich glücklicherweise nicht. Der 70-Jährige ließ sich auf das Boot bringen und wurde vorläufig festgenommen.
Bei der anschließenden Überprüfung fanden die Beamten an seinem Fahrrad zudem eine Hiebwaffe. Gegen den Mann wird nun unter anderem wegen Bedrohung, Beleidigung sowie eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen.
Die weiteren Ermittlungen hat die Münchner Kriminalpolizei übernommen.
Quelle: Polizeipräsidium München (Stand 02.08.2026)
Bild: Pixabay
Alle drei Rundschauen vom 31.07.2056 können Sie ab sofort downloaden
Maria Sabbas-Scouras
Geänderte Verkehrsführung am Föhringer Ring
Maria Sabbas-Scouras
Verkehrseinschränkungen vom 24. Juli 2026 bis voraussichtlich 28. April 2028
Wegen umfangreicher Kanalneubauten im Auftrag der Münchner Stadtentwässerung (MSE) kommt es auf der Staatsstraße 2088 (Föhringer Ring) ab Ende Juli 2026 zu Anpassungen im Verkehrsablauf. Betroffen ist der Streckenabschnitt von östlich der Brücke der M 13 (Münchner Straße) bis westlich der Abfahrt zur Staatsstraße 2340. Für die Arbeiten, die größtenteils unterirdisch mittels Rohrvortrieb durchgeführt werden, sind auf der bestehenden Fahrbahn sowie in den angrenzenden Grünflächen große Baugruben erforderlich.
Die geänderte Verkehrsführung beginnt am Freitag, 24. Juli 2026, und dauert voraussichtlich bis zum 28. April 2028 an. Während der gesamten Bauzeit wird die Fahrbahn auf eine nach Süden verschwenkte Behelfsfahrbahn verlegt. Die Anzahl der Fahrspuren bleibt dabei erhalten.
Der Abfahrtsast von der Münchner Straße auf den Föhringer Ring in Fahrtrichtung Osten wird verkürzt; der Verkehr wird dort über eine STOP-Stelle an den Föhringer Ring angebunden. Vollsperrungen oder Umleitungen sind nicht erforderlich.
Quelle: Landratsamt München (Stand 22.07.2026)
Baureferat und Brandschutzdienststelle ziehen um
Maria Sabbas-Scouras
Kurzzeitige Schließung von 27.07. bis 29.07.2026 – Neue Diensträume in der Chiemgaustraße und Frankenthaler Straße
Das Referat 4.1 – Bauen sowie die Brandschutzdienststelle im Landratsamt München sind vom 27. Juli bis einschließlich 29. Juli 2026 aufgrund ihres Umzugs in neue Dienstgebäude für den Parteiverkehr geschlossen. Per E-Mail und Telefon bleiben die Mitarbeitenden der beiden Organisationseinheiten während des Umzugs eingeschränkt erreichbar. Am Donnerstag, den 30. Juli sowie am Freitag, den 31. Juli, sind ausschließlich Termine nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Ab Montag, den 3. August 2026, ist das Baureferat wieder wie gewohnt und ohne Einschränkung für den Parteiverkehr geöffnet.
Die neuen Diensträume des Referats Bauen befinden sich künftig in der Außenstelle des Landratsamts in der Chiemgaustraße 109, 81549 München, im 2. Stock.
Die Brandschutzdienststelle zieht in das Dienstgebäude in der Frankenthaler Straße 2, 81539 München und wird ihre Diensträume künftig im Erdgeschoss haben.
Quelle: Landratsamt München (Stand 22.07.2026)
Altes Apothekerfläschchen löst Polizeieinsatz in Aschheim aus
Maria Sabbas-Scouras
Ein unscheinbares Apothekerfläschchen hat am Samstagnachmittag einen größeren Polizei- und Feuerwehreinsatz in Aschheim ausgelöst. Ein 58-jähriger Mann aus dem Landkreis München hatte gegen 14.15 Uhr den Notruf verständigt, nachdem er festgestellt hatte, dass sich in seinem Besitz offenbar eine gefährliche, möglicherweise explosionsfähige Chemikalie befand.
Nach Angaben der Polizei hatte der Mann die Flüssigkeit bereits vor Jahrzehnten gekauft. Als er das Fläschchen nun verkaufen wollte, erkannte er, dass der Inhalt gefährlich sein könnte, und informierte vorsorglich die Einsatzkräfte.
Polizei und Feuerwehr rückten umgehend an. Spezialisten der Münchner Polizei transportierten das Apothekerfläschchen in Abstimmung mit der Feuerwehr auf ein nahegelegenes Feld. Dort wurde die Chemikalie in mussten allerdings mehrere Fahrrad- und Fußgängerwege vorübergehend gesperrt werden.einem Erdloch kontrolliert gesprengt und damit fachgerecht unschädlich gemacht.
Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Nach der kontrollierten Sprengung bestand keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Während des Einsatzes .
Quelle: Polizeipräsidium München (Stand 18.07.2026)
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Gesundheitsregionplus nimmt Fahrt auf
Maria Sabbas-Scouras
Erste Gesundheitskonferenz beschließt Geschäftsordnung – Netzwerk will Versorgung, Pflege und Prävention im Landkreis gemeinsam stärken
An der einen oder anderen Stelle ist sie in den vergangenen Monaten bereits mit verschiedenen Aktionen sichtbar geworden: die Gesundheitsregionplus im Landkreis München. Der Backbus machte an mehreren Grundschulen Station und vermittelte Kindern mit Hand und Gaumen, was gesunde Ernährung ausmacht. Beim Tag des Gesundheitsamts und beim Hitzeaktionstag informierte das Landratsamt über Vorsorge, Gesundheitsschutz und bestehende Angebote. Nun steht auch der organisatorische Rahmen, in dem sich die Akteure des Gesundheitswesens im Schulterschluss wichtigen Zukunftsthemen annehmen.
Ende Juni fand im Landratsamt München die erste Gesundheitskonferenz statt. Sie ist die Vollversammlung der an der Gesundheitsregionplus beteiligten Organisationen. Die Mitglieder verabschiedeten die Geschäftsordnung einstimmig. Damit kann das Netzwerk seine Arbeit nun auf einer verbindlichen Grundlage fortsetzen. An der Konferenz nahmen 32 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsorganisationen sowie 23 weitere Akteure aus Gesundheit, Pflege, Sozialwesen und Versorgung teil.
Das Ziel der Gesundheitsregionplus klingt einfach. Seine Umsetzung ist es nicht: Der Gesundheitszustand der Menschen im Landkreis soll verbessert, gesundheitliche Chancengleichheit gefördert und die Lebensqualität erhöht werden. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit über Zuständigkeiten, Berufsgruppen und Einrichtungen hinweg. Die Gesundheitsregionplus soll bestehende Angebote besser vernetzen, Lücken sichtbar machen und passgenaue Lösungen für den Landkreis entwickeln.
„Ich freue mich sehr, dass wir die Gesundheitsregionplus gemeinsam mit so vielen engagierten Partnerinnen und Partnern aus der Taufe heben können“, sagte Landrat Christoph Göbel bei der Konferenz. „Gesundheitspolitik muss Entwicklungen früh erkennen und rechtzeitig handeln. Wir brauchen dafür verlässliche Frühwarnsysteme und einen engen Austausch zwischen den Fachleuten. Gerade mit Blick auf die gesundheitlichen Folgen der Klimaveränderung sind wir gut beraten, Prävention noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Mein Dank gilt allen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung in dieses Netzwerk einbringen.“
Viele Perspektiven an einem Tisch
In der Gesundheitsregionplus arbeiten das Gesundheitsamt und weitere Bereiche der Landkreisverwaltung zusammen. Dazu gehören unter anderem das Jugendamt, der Bereich Senioren, das Jobcenter und weitere Fachstellen mit Bezug zu gesundheitlichen Fragen.
Hinzu kommen zahlreiche externe Partner: der Ärztliche Kreis- und Bezirksverband, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die Leitungen der örtlichen Krankenhäuser, der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband, Vertreterinnen und Vertreter von Apotheken, Hebammen und Pflegeeinrichtungen, Sozialversicherungsträgern, von Wohlfahrtsverbänden und vielen weiteren Organisationen.
Die erste Gesundheitskonferenz zeigte bereits, wo besonderer Handlungsbedarf liegt. Im Landkreis gibt es viele gute Angebote und engagierte Einrichtungen. Häufig fehlt es jedoch noch an Übersicht, Abstimmung und transparenter Information. Als wichtige Querschnittsthemen nannten die Teilnehmenden unter anderem die Schnittstelle zwischen stationärem Aufenthalt und der anschließenden ambulanten Pflege, die Gesundheitskompetenz, Hitzeschutz in stationären Einrichtungen, die psychische Gesundheit oder auch die Bedürfnisse pflegender Angehöriger. Die Ergebnisse sollen nun in thematischen Arbeitsgruppen konkretisiert werden.
Drei zentrale Handlungsfelder
Die Arbeit der Gesundheitsregionplus konzentriert auf die großen Themenbereiche Gesundheitsversorgung, Pflege sowie Gesundheitsförderung und Prävention. Dabei geht es sowohl um die ambulante ärztliche Versorgung als auch um die Kliniken und weitere medizinische Angebote im Landkreis. Im Bereich Pflege stehen tragfähige Strukturen für pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen und die Fachkräfte im Mittelpunkt. Zugleich soll Prävention stärker in den Alltag rücken: Krankheiten sollen möglichst vermieden oder früh erkannt werden, während die Menschen darin unterstützt werden, ihre Gesundheit selbst zu schützen und zu stärken.
Den übergeordneten Rahmen bildet der Masterplan Prävention des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention. Er bündelt Ziele und Maßnahmen für mehr Gesundheitswissen, Vorsorge und Früherkennung, die im Rahmen einer eigenen Präventionskonferenz spezifiziert wurden. Die Gesundheitsregionplus überträgt diese Ziele auf die Situation im Landkreis und bringt die Umsetzung vor Ort zusammen. Der Masterplan setzt dabei auf den Austausch zwischen Fachstellen, auf gebündelte Kräfte und auf Gesundheit als Aufgabe aller Politik- und Lebensbereiche.
Der Landkreis beginnt nicht bei null
Das Gesundheitsamt ist bereits seit vielen Jahren in der Gesundheitsförderung und Prävention aktiv. Die Angebote reichen von Ernährungsberatung und gesundheitlicher Aufklärung unter anderem in Schulen, Kindertages- und Senioreneinrichtungen, aber auch im Rahmen von Gesundheitstagen in den Gemeinden über Schwangerenberatung bis zur Suchtprävention. Ein wachsender Schwerpunkt liegt auf den Folgen exzessiver Mediennutzung. Weitere Angebote befassen sich beispielsweise mit Alkohol-, Nikotin- und Cannabiskonsum oder mit Essstörungen. Auch der Hitzeschutz gewinnt an Bedeutung. Hier arbeitet das Gesundheitsamt eng mit dem Bereich Klimaanpassung zusammen. Informationen dazu gibt es auf der Landkreis-Website www.landkreis-muenchen.de unter dem Stichwort Gesundheit.
Die Gesundheitsregionplus soll diese Arbeit nicht ersetzen. Sie soll sie stärken, ergänzen und besser mit den Angeboten anderer Träger verbinden. Das Konzept geht auf eine Initiative des Freistaats Bayern zurück. Bis 2027 sollen Gesundheitsregionplus flächendeckend in Bayern etabliert sein.
Quelle: Landratsamt München (Stand 17.07.2026)
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 1. Gesundheitskonferenz im Landratsamt München
Wassersparanordnung der SWM: Auch Landkreis betroffen
Maria Sabbas-Scouras
Für von den Stadtwerken München versorgte Kommunen gelten ab sofort Beschränkungen bei der Nutzung von Trinkwasser – Aufruf zum Wassersparen an alle Kommunen
Die anhaltend hohen Temperaturen haben in den vergangenen Wochen zu einem deutlichen Anstieg des Wasserverbrauchs und einer zunehmenden Wasserknappheit in München und der gesamten Region geführt. Infolgedessen haben die Stadtwerke München (SWM) am 14. Juli eine Wassersparanordnung für die gesamte Wasserversorgung durch die SWM Versorgungs GmbH erlassen. Die Sparanordnung gilt damit auch für die im Landkreis München mitversorgten Kommunen Aschheim, Garching, Neubiberg, Neuried, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterhaching.
Ab sofort darf von den SWM geliefertes Wasser für folgende Zwecke nicht mehr genutzt werden:
1. zur Befüllung und zum Betrieb von privaten Pools und sonstigen Badebecken, privaten Springbrunnen, Wasserspielanlagen, Wasserbehältern (z. B. Tonnen) o. ä.,
2. zum Bewässern, Gießen und Beregnen von Haus- und Kleingärten oder Schrebergärten (z. B. Gehölze, Hecken, Stauden, Beete, Zierpflanzen u.ä.) in der Zeit von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr.
Ausgenommen hiervon sind:
a. Flächen oder Bereiche, die einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung dienen
b. die Bewässerung und Beregnung mit wassersparender Tröpfchenbewässerung
c. land- und forstwirtschaftliche Flächen
d. Friedhöfe,
3. zum Bewässern, Gießen und Beregnen von Rasenflächen und sonstigen Grünflächen. Ausgenommen hiervon sind:
a. Flächen oder Bereiche, die einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung dienen
b. insbesondere Sportplätze,
4. zum Waschen von Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen, soweit dies nicht aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist (z. B. Einsatzfahrzeuge),
5. zum Befeuchten von Baustraßen und Baustellen zur Verminderung der
Staubentwicklung, soweit dies nicht durch behördliche Vorgaben
vorgeschrieben ist und
6. zum Abspritzen oder Bewässern (z. B. mit Hochdruckreinigern, Bürsten) von Terrassen, Wänden, Straßen, Hof- und Wegflächen, Dächern und nicht gewerblich genutzten technischen Anlagen durch Privatpersonen.
Die Wassersparanordnung gilt vorerst bis einschließlich 1. August 2026. Sie ergänzt eine entsprechende Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt München zur Beschränkung der Nutzung von Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz und der Entnahme von Grundwasser und aus oberirdischen Gewässern. Eine Verlängerung des Zeitraums der Wassersparanordnung ist bei andauernder Trockenheit möglich. Ebenso ist bei einer Entspannung der Trockenperiode ein Widerruf der Anordnung möglich.
Auch wenn derzeit im Landkreis München noch keine entsprechende Allgemeinverfügung gilt, appelliert das Landratsamt eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, wo immer möglich, unnötigen Wasserverbrauch zu vermeiden und ihre Wassernutzung im Alltag zu reduzieren. Denn angesichts der anhaltenden hohen Temperaturen einerseits und niedriger Grundwasserstände infolge eines niederschlagsarmen Winters und Frühjahrs andererseits ist die Situation auch im Landkreis München angespannt.
Quelle: Landratsamt München (Stand 14.07.2026)
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Landkreis treibt autonomes Fahren im ÖPNV voran
Maria Sabbas-Scouras
Erste fahrerlose Busse sollen im On-Demand-Betrieb FLEX eingesetzt werden
Autonom fahrende Busse und Shuttles könnten schon bald auch im Landkreis München zum Alltag gehören. Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur hat sich unlängst dafür ausgesprochen, gemeinsam mit der MVV GmbH die schrittweise Einführung autonomer Verkehrsangebote im Landkreis vorzubereiten. Beginnen soll der Prozess beim On-Demand-Services FLEX.
Nach erfolgreicher Erprobung soll auch der Einsatz im Regionalbusverkehr untersucht werden.
Hintergrund sind steigende Mobilitätsbedarfe, der Fachkräftemangel im Fahrdienst, wachsende finanzielle Herausforderungen im öffentlichen Personennahverkehr sowie die Ziele der Mobilitäts- und Klimawende. Autonomes Fahren gilt dabei als eine zentrale Zukunftstechnologie. Es kann helfen, den ÖPNV verlässlicher, flexibler und langfristig wirtschaftlicher aufzustellen – sowohl in dicht besiedelten Räumen als auch in weniger gut angebundenen Gebieten.
Der Landkreis München engagiert sich bereits heute in mehreren regionalen Projekten zum autonomen Fahren. Zentrales Vorhaben ist die Modellregion Region München im Rahmen der interkommunalen Allianz „Mobile Zukunft München & Region“ (MZM). Ziel ist es, die Region München zu einer international führenden Modellregion für autonomes Fahren im straßengebundenen ÖPNV und Güterverkehr zu entwickeln. Bis 2035 sollen im MVV-Raum 500 autonome Busse und 2.000 Shuttles unterwegs sein. Langfristig sieht die Vision 5.000 autonome Busse und 20.000 Shuttles vor.
Landkreis bekommt Vorreiterrolle
Dem Landkreis München kommt dabei eine besondere Rolle zu: In der Einführungsphase sind Testbetriebe im On-Demand-Service FLEX vorgesehen. Denn kleinere autonome Fahrzeuge, wie sie im FLEX-Betrieb zum Einsatz kommen, werden voraussichtlich früher verfügbar sein als große Linienbusse.
Deshalb soll zunächst der flexible Bedarfsverkehr erprobt werden. Perspektivisch soll autonomes Fahren auch im Regionalbusverkehr möglich werden.
Landrat Christoph Göbel freut sich über die breite Zustimmung im Ausschuss: „Autonomes Fahren ist kein Selbstzweck. Es muss den Menschen dienen.“ Und weiter: „Wenn es gelingt, damit den ÖPNV verlässlicher, flexibler und bezahlbarer zu machen, ist das eine große Chance für den Landkreis München.
Gerade dort, wo klassische Angebote heute an wirtschaftliche oder personelle Grenzen stoßen, können neue Technologien helfen, Mobilität und Teilhabe zu sichern.“
Konkrete Einsatzgebiete, Fahrzeugzahlen und Kosten stehen derzeit noch nicht fest. Die MVV GmbH erarbeitet dazu eine Grundsatzuntersuchung für den gesamten Verbundraum. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende des ersten Quartals 2027 erwartet und sollen anschließend den Kreisgremien vorgestellt werden.
Rückenwind durch Internationale Bauausstellung
Neben der fachlichen Prüfung soll das Thema auch öffentlich sichtbarer werden. Der Ausschuss hat deshalb beschlossen, gemeinsam mit der MVV GmbH einen Projektantrag zum autonomen Fahren im Landkreis München und in der Region bei der Internationalen Bauausstellung Metropolregion München (IBA-M) einzureichen. Die IBA-M widmet sich bis 2034 zukunftsfähiger Mobilität in der Metropolregion. Der Landkreis erhofft sich durch eine erfolgreiche Aufnahme Rückenwind durch die Bauausstellung. Ein Projekt bei der IBA-M könnte helfen, die Technologie für Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen und Akzeptanz zu schaffen.
„Neue Mobilität entsteht nicht am Reißbrett allein“, so Göbel weiter. „Die Menschen müssen sehen, verstehen und erleben können, was möglich ist – und wo Grenzen liegen. Genau dafür bietet die IBA-M eine gute Bühne. Sie kann dazu beitragen, Vertrauen in eine Technologie aufzubauen, die unseren öffentlichen Verkehr in den kommenden Jahren wesentlich verändern kann.“
Die Verwaltung wird die weiteren Schritte nun gemeinsam mit der MVV GmbH vorbereiten. Neue Erkenntnisse und konkrete Umsetzungsvorhaben werden den Kreisgremien erneut zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.
Quelle: Landratsamt München (Stand 09.07.2026)
Foto: MVV
Premiere in Kirchheim: Neue Wege für den Karrierestart
Maria Sabbas-Scouras
Job- und Ausbildungsmesse bietet Perspektiven für Fachkräfte und Quereinsteiger
Ende Mai verwandelte sich der Bürgersaal in Kirchheim erstmals in eine Anlaufstelle für Jobsuchende, Schüler, Berufseinsteiger und Fachkräfte. Mit mehr als 40 Ausstellern, die über 700 offene Stellen vom Ausbildungsplatz bis zur Führungsposition präsentierten, feierte die Job- und Ausbildungsmesse – die bereits aus der Kommune Taufkirchen bekannt ist – nun ihre Premiere in der Gemeinde Kirchheim. Bei der Messe handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des SV Heimstetten e.V. zusammen mit der Initiative „Neuorientierung null-acht 12“, das in Kooperation mit der Gemeinde Kirchheim und dem Landratsamt München realisiert wurde.
Zusammen mit Landrat Christoph Göbel und Erstem Bürgermeister Stephan Keck als Schirmherren waren Mitarbeitende des Landratsamts aus Bereichen wie dem Jobcenter, Arbeitgeberservice, dem Fallmanagement sowie dem JIBB (Jugendliche in Beruf und Bildung) vor Ort. Um neue berufliche Perspektiven zu schaffen, wurden im Vorfeld über 220 Langzeitarbeitslose persönlich zur Messe eingeladen. Fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung gefolgt. Wenige Teilnehmenden erhielten im Anschluss sogar direkt die Möglichkeit zu einem Bewerbungsgespräch oder fanden einen Arbeitsplatz. Darüber hinaus konnten sich zwei Jugendliche aus dem Landkreis über einen Ausbildungsplatz zum Mechatroniker für Nutzfahrzeuge freuen und absolvieren derzeit bereits ein Praktikum.
Am Stand des Landratsamts gab es Unterstützung beim Thema Karrierechancen, beispielsweise durch gezielte Bewerbermappenchecks, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern passgenaue Bewerbungsstrategien zu geben. Außerdem wurde die „digitale Berufsberatung“ unter dem Motto „Finde den Ausbildungsplatz, der zu dir passt“ vorgestellt, bei der Teilnehmende mithilfe von Virtual-Reality-Brillen realitätsnahe Einblicke in unterschiedlichste Tätigkeitsfelder gewinnen konnten. Im Fokus stand der virtuelle Einblick in das Berufsfeld gewerbliches Fahren, wo Mitarbeitende dringend gesucht werden. Vor Ort begeisterte Christina Scheib die Besucherinnen und Besucher für diesen Beruf. Die bekannte Berufskraftfahrerin, Unternehmerin und Medienpersönlichkeit agierte auf der Messe als Frauenbotschafterin. Mit großem Erfolg: Bereits am Tag der Messe konnten vier Bürgergeldbezieher für das Berufsbild gewonnen werden; sie starten nun eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer.
Bereits heute steht fest, dass die Job- und Ausbildungsmesse im Januar 2027 fortgeführt wird. Weitere Informationen dazu sind unter https://www.neuorientierung0812.de/ zu finden.
Quelle: Landratsamt München (Stand 06.07.2026)
VR-Brillen im Einsatz.
Armut im Landkreis München
Maria Sabbas-Scouras
Sozialausschuss befasst sich mit aktueller Datenanalyse – Gemeindebefragung soll lokale Bedarfe sichtbar machen
Der Landkreis München zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Einkommen, Kaufkraft und Beschäftigungsquote liegen deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Dennoch leben auch hier viele Menschen in Armut oder sind von Armut bedroht. Das zeigt eine aktuelle Datenanalyse der Sozialplanung am Landratsamt München, mit der sich der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst hat.
Im Mittelpunkt stand die statistisch messbare monetäre Armut, also die Einkommensarmut. Die Analyse zeigt, wie sich geringe Einkommen auf die Lebenssituation der Betroffenen auswirken – etwa bei Arbeit, Wohnen, Bildung, Überschuldung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Fast jeder sechste Landkreisbürger armutsgefährdet
Im Landkreis München gibt es sehr viele Gutverdiener. Durchschnitts- und Medianeinkommen liegen entsprechend hoch. Gleichzeitig ist das Einkommen überdurchschnittlich ungleich verteilt. Gute Durchschnittswerte können deshalb verdecken, dass viele Menschen finanziell stark belastet sind.
Das zeigt sich auch bei der Armutsrisikoquote. Wird der Landesmedian zugrunde gelegt, lebten 2024 rund 7,1 Prozent der Landkreisbevölkerung unterhalb der Armutsrisikoschwelle. Das entspricht etwas mehr als 25.000 Menschen. Werden dagegen die Rahmenbedingungen des Landkreises sowie das Medianeinkommen der örtlichen Bevölkerung bei der Berechnung berücksichtigt, steigt die Quote auf 15,7 Prozent. Damit ist fast jede sechste Person armutsgefährdet. In absoluten Zahlen sind das mehr als 55.000 Menschen.
Im Jahr 2024 erhielten mehr als 16.000 Menschen im Landkreis Leistungen der sozialen Mindestsicherung, unter anderem Grundsicherung im Alter oder Leistungen nach dem SGB II. Die Mindestsicherungsquote lag damit bei 4,6 Prozent. Diese Zahl bildet aber nur einen Teil der Wirklichkeit ab. Denn sie erfasst nur Menschen, die tatsächlich Leistungen beziehen. Nicht enthalten sind Personen, die Anspruch auf Unterstützung hätten, diese aber nicht beantragen, sei es aus Scham oder fehlender Information. Im Landkreis München könnten geschätzt bis zu 8.000 Menschen betroffen sein. Hinzu kommen Haushalte, die knapp oberhalb der Bemessungsgrenzen liegen oder nur vorgelagerte Hilfen wie Kinderzuschlag oder Wohngeld bekommen, aber wegen der hohen Lebenshaltungskosten dennoch in prekären Verhältnissen leben.
Arbeit, Wohnen und Bildung als zentrale Faktoren
Auch Erwerbsarbeit schützt nicht immer vor Armut. Trotz hoher Beschäftigungsquote waren 2025 mehr als 1.400 erwerbstätige Menschen im Landkreis auf Grundsicherung angewiesen. Gründe sind unter anderem niedrige Löhne, Teilzeit, befristete oder unsichere Beschäftigungsverhältnisse, hohe Wohnkosten und familiäre Belastungen.
Die Wohnsituation ist ein weiterer zentraler Armutsfaktor. Hohe Mieten und ein knappes Angebot an bezahlbarem Wohnraum belasten vor allem Haushalte mit geringen Einkommen. Eine Mietbelastung von mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens gilt als kritisch, weil dann weniger Geld für andere Lebenshaltungskosten bleibt und damit das Risiko für Überschuldung und soziale Ausgrenzung steigt.
Auch Bildung steht in engem Zusammenhang mit Armutsrisiken. Gute Bildungsabschlüsse verbessern die Chancen auf stabile und besser bezahlte Arbeit. Der Landkreis weist insgesamt gute Bildungswerte auf. Aber auch hier ist beispielsweise ein Anstieg bei Schulabgängen ohne Abschluss und vorzeitig gelösten Ausbildungsverträgen zu beobachten.
Kinder, Alleinerziehende und Senioren besonders gefährdet
Besonders von Armut gefährdet sind Kinder, Jugendliche, Alleinerziehende, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Migrationshintergrund. 2025 lebten mehr als 2.900 Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB II. Diese Zahl erfasst jedoch nicht alle Kinder in Armut. Nicht berücksichtigt sind etwa Familien, die keine Leistungen beantragen, knapp oberhalb der Leistungsgrenze liegen oder durch hohe Wohnkosten stark belastet sind.
Alleinerziehende sind besonders häufig betroffen. Rund 11.500 Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern leben im Landkreis. Sie stellen etwa jeden fünften Haushalt mit Kindern, machen aber mehr als 60 Prozent der Haushalte mit Kindern aus, die Grundsicherung beziehen.
Auch Altersarmut gewinnt an Bedeutung. 2024 bezogen mehr als 2.100 Menschen im Landkreis Grundsicherung im Alter. Die Zahl steigt seit 2020 kontinuierlich. Besonders betroffen sind Frauen sowie ausländische Seniorinnen und Senioren. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer: Studien gehen davon aus, dass bis zu 60 Prozent der Anspruchsberechtigten Grundsicherung im Alter nicht beantragen.
Gemeindebefragung als nächster Schritt
Der Sozialausschuss hat sich eingehend mit der vorgelegten Analyse auseinandergesetzt und die Verwaltung beauftragt, im nächsten Schritt eine Gemeindebefragung durchzuführen. Ziel ist es, die statistischen Daten durch lokales Wissen zu ergänzen und Handlungsschwerpunkte abzuleiten. Auch Best-Practice-Beispiele sollen erfasst und den anderen Kommunen zur Verfügung gestellt werden.
Landrat Christoph Göbel betonte: „Die Datenanalyse zeigt uns sehr deutlich, dass Armut auch in einem wirtschaftlich starken Landkreis wie dem unseren ein ernstes Thema ist. Die geplante Gemeindebefragung ist deshalb eine wichtige Ergänzung. Unsere Städte und Gemeinden wissen oft sehr genau, wo Menschen in schwierigen Lebenslagen sind, vor allem auch dann, wenn sie offiziell nicht unter die allgemeinen Bemessungsgrenzen fallen. Das sind Familien, die sich die Schulfahrten für ihre Kinder nicht leisten können, Menschen, die auf Tafeln angewiesen sind, oder Haushalte, die trotz Einkommen jeden Monat an ihre Grenzen kommen. Wir müssen uns diesen Themen dringend stellen. Und wir müssen gemeinsam mit den Kommunen im interkommunalen Dialog Lösungen finden.“
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Kreisstraßen im Landkreis Erding: Verkehrsbeeinträchtigungen aufgrund von Kleinflächensanierungen
Maria Sabbas-Scouras
Landkreis Erding. Das Staatliche Bauamt Freising führt im Auftrag des Landkreises Erding im Zeitraum vom 13.07.26 - 31.07.26 auf einzelnen Kreisstraßen im Landkreis Erding kleinflächige Sanierungsarbeiten am Fahrbahnbelag durch. Im Zuge der Arbeiten kommt es in den betroffenen Streckenabschnitten zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Der Großteil der Sanierungen im Bereich der Straßenmeisterei Erding (westlicher Landkreis) kann unter halbseitiger Verkehrssperrung abgewickelt werden und beeinträchtigt somit den Verkehr nur geringfügig. Im Bereich der Straßenmeisterei Taufkirchen (Vils) (östlicher Landkreis) kann ein Teil der Fahrbahnsanierungen nur unter Vollsperrung erfolgen. Die jeweiligen örtlichen Umleitungen werden ausgeschildert.
Betroffene Abschnitte im Bereich der Straßenmeisterei Erding: ED 5 in Moosinning; ED 5 in Niederneuching; ED 5 in Oberneuching; ED 19 nordwestlich Eitting; ED 20 bei Walpertskirchen; ED 24 östl. Gaden
Betroffene Abschnitte im Bereich der Straßenmeisterei Taufkirchen: ED 25 zwischen Wasentegernbach und Schwindkirchen; ED 1 in Niederstraubing; ED 14 in Lengdorf; Kreuzungsbereich B 15 / ED 22 bei Armstorf; ED 31 zwischen Heldering und Krumbach (Aufgrund von Kleinflächensanierungen und zeitgleich der Verlegung von ca. 700 m Rasengittersteinen, erfolgt hierfür eine Vollsperre im Zeitraum vom 13.07.-31.07.26))
Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen und die Anweisungen der Verkehrsführung zu beachten. Schlechtwetterphasen können unter Umständen zu Bauzeitänderungen führen. Das Staatliche Bauamt Freising ist bestrebt, Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst gering zu halten, dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis.
Staatliches Bauamt Freising (Stand 09.07.2026)
Bild von Manfred Richter auf Pixabay
„Klang meines Körpers“
Maria Sabbas-Scouras
„Klang meines Körpers“
Interaktive Ausstellung rückt das Thema Essstörungen in den Fokus
Vom 22. bis 31. Juli 2026 wird die interaktive Ausstellung „Klang meines Körpers“ zur Prävention von Essstörungen im Jugendkulturzentrum „Next Level“ in Taufkirchen, Eschenstraße 7, stattfinden. Während das vom Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) zur Verfügung gestellte Format an den meisten Tagen für angemeldete Schulklassen reserviert ist, öffnet die Suchtprävention des Landratsamts München die Türen an zwei Nachmittagen auch für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger: Am Donnerstag, 23. Juli, sowie Dienstag, 28. Juli, sind alle Interessierten jeweils von 15:30 bis 18:30 Uhr eingeladen, die Ausstellung zu besuchen. Der Besuch ist kostenfrei und erfordert keine vorherige Anmeldung.
Bereits im Jahr 2023 war das Projekt im Landkreis München zu sehen. Nun kehrt die Ausstellung zurück, um das sensible und oftmals tabuisierte Thema Essstörungen ins Licht zu rücken. Das Team der Suchtprävention des Landratsamts verfolgt das Ziel, über die vielfältigen Ursachen und entscheidenden Warnsignale der Erkrankung aufzuklären. Gleichzeitig sollen durch die Ausstellung Vorurteile in der Gesellschaft abgebaut und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Das Projekt möchte sowohl Betroffenen als auch deren Umfeld Mut machen, den ersten Schritt zu gehen und Hilfe anzunehmen.
Ein wesentliches Merkmal von „Klang meines Körpers“ ist der interaktive und persönliche Zugang zur Thematik. Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf bloße Theorie. Über Porträts, selbst verfasste Texte und Musik von Menschen, die ehemals selbst von einer Essstörung betroffen waren, wird die Lebensrealität und der Weg aus der Krankheit für die Besucherinnen und Besucher greifbar gemacht. Um sicherzustellen, dass niemand mit den aufkommenden Gedanken und Emotionen alleingelassen wird, begleiten geschulte Fachkräfte die Ausstellung.
Das Informationsangebot richtet sich an alle Interessierten. Willkommen sind Jugendliche, Eltern und Angehörige ebenso wie Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und letztlich alle Bürgerinnen und Bürger, die sich grundlegend über das Thema Essstörungen informieren möchten.
Weitere Informationen zur Suchtprävention des Landratsamts sowie konkrete Anlaufstellen finden sich unter https://www.landkreis-muenchen.de/buergerservice/dienstleistung/suchtpraevention/.
Quelle: Landratsamt München (Stand 07.07.2026)
Pkw gerät wegen Insekts in den Gegenverkehr – Drei Verletzte bei Unfall auf der Staatsstraße 2340
Maria Sabbas-Scouras
Bei einem Verkehrsunfall auf der Staatsstraße 2340 zwischen Unterföhring und Aschheim sind am Samstagabend (4. Juli) drei Menschen verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll ein Insekt im Fahrzeuginneren den Unfall ausgelöst haben.
Gegen 20 Uhr war ein 63-jähriger Mann aus dem Landkreis München mit seinem Seat von Unterföhring in Richtung Aschheim unterwegs. Aus bislang bekannten Gründen wurde er während der Fahrt durch ein Insekt im Fahrzeuginneren so stark abgelenkt, dass sein Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geriet.
Dort kollidierte der Seat zunächst frontal mit dem entgegenkommenden Daihatsu eines 52-jährigen Münchners. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Daihatsu in den rechten Straßengraben geschleudert. Anschließend prallte der Seat noch gegen einen Mercedes, der von einem 57-jährigen Münchner gesteuert wurde. Dieser hatte sein Fahrzeug bereits bis zum Stillstand abgebremst.
Der 63-jährige Unfallverursacher erlitt Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Der 52-jährige Fahrer des Daihatsu sowie dessen 44-jähriger Beifahrer wurden ebenfalls verletzt und noch an der Unfallstelle medizinisch versorgt. Der Fahrer des Mercedes blieb unverletzt.
Der Seat und der Daihatsu wurden bei dem Unfall erheblich beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Der Mercedes wurde lediglich leicht beschädigt und blieb fahrbereit.
Während der Unfallaufnahme war die Staatsstraße 2340 für rund 30 Minuten in beide Fahrtrichtungen vollständig gesperrt. Die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang hat die Münchner Verkehrspolizei übernommen.
Quelle: Polizeipräsidium München (Stand 05.07.2026)
Bild von Max auf Pixabay
Giftige Raupen an Bundes- und Staatsstraßen: Bauamt warnt vor Eichenprozessionsspinner und Goldafter
Maria Sabbas-Scouras
Das Staatliche Bauamt Freising warnt vor einem aktuellen Befall mit dem Eichenprozessionsspinner und dem Goldafter entlang von Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Freising, München, Dachau, Fürstenfeldbruck und Erding. Die Raupen beider Schmetterlingsarten besitzen giftige Brennhaare, die bei Menschen und Tieren gesundheitliche Beschwerden verursachen können. Mit gezielten Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen soll die Bevölkerung für die Gefahren sensibilisiert werden.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners befallen ausschließlich Eichen, während der Goldafter an bis zu 40 verschiedenen Laubgehölzen vorkommt, darunter Obstbäume und Weißdorn. Ihre feinen Brennhaare enthalten Allergene und können bereits durch den Wind verbreitet werden. Mögliche Folgen eines Kontakts sind Hautausschläge, Augenreizungen sowie Atemwegsbeschwerden.
Ein typisches Erkennungsmerkmal sind dichte Gespinstnester am Stamm oder in Astgabeln der Bäume. Das Bauamt weist jedoch darauf hin, dass Verwechslungsgefahr mit den harmlosen Gespinstmotten besteht. Diese überziehen vor allem Obstbäume und Traubenkirschen mit großflächigen, silbrig schimmernden Gespinsten, stellen jedoch keine Gefahr für Mensch oder Tier dar.
Wer Nester oder Raupen entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten. Das Staatliche Bauamt rät dringend davon ab, die Tiere oder ihre Nester zu berühren oder eigenständig zu entfernen – etwa durch Abflämmen oder den Einsatz von Wasserstrahlen. Dadurch würden die giftigen Brennhaare zusätzlich in der Luft verteilt und das Gesundheitsrisiko erhöht.
Befallsstellen an Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Freising, München, Dachau, Fürstenfeldbruck und Erding sowie an Kreisstraßen in den Landkreisen Erding und München können dem Sachgebiet Landschaftsplanung des Staatlichen Bauamts Freising gemeldet werden. Ansprechpartner sind telefonisch unter 08161/932-2150 oder per E-Mail an Landschaftsplanung_SB@stbafs.bayern.de erreichbar.
Weitere Informationen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen, den Zuständigkeiten für Privat- und Gemeindeflächen sowie Hinweise zum richtigen Verhalten finden Interessierte auf der Internetseite des Staatlichen Bauamts Freising.
Quelle: Staatliches Bauamt Freising
Foto: Landratsamt München
Insektopia – Die Ausstellung gastiert am 12. Juli in Ismaning
Maria Sabbas-Scouras
Ein spannender Familienausflug erwartet Groß und Klein am Sonntag, den 12. Juli, wenn „Insektopia – Die Ausstellung“ im Bürgersaal Ismaning ihre Türen öffnet.
Die mobile Erlebnisausstellung präsentiert über 100 lebende Tiere und Exponate aus der faszinierenden Welt der Spinnen, Insekten und anderer wirbelloser Tiere. Besucher erleben beeindruckende Vogelspinnen, Skorpione, Riesentausendfüßer und viele weitere außergewöhnliche Tiere aus nächster Nähe.
Ein besonderes Highlight sind die interaktiven Live-Shows, die zu jeder vollen Stunde stattfinden. Hier erfahren Besucher Wissenswertes über die Tiere und haben – je nach Tierart – die Möglichkeit, diese hautnah zu erleben und anzufassen.
Das Konzept der Ausstellung ist bewusst familienfreundlich gestaltet. Der Eintritt umfasst alle Programmpunkte ohne Zusatzkosten. Live-Shows, Mitmach-Aktionen und Fotomöglichkeiten sind bereits im Eintrittspreis enthalten – ganz nach dem Motto: Einmal bezahlen, alles inklusive!
Die Ausstellung ist von 13:00 bis 18:00 Uhr durchgehend geöffnet und eignet sich für Besucher jeden Alters. Ob Familien, Tierfreunde oder neugierige Entdecker – Insektopia verbindet Unterhaltung mit spannendem Wissen über die faszinierende Welt der Krabbeltiere.
Veranstaltungsinformationen:
Insektopia – Die Ausstellung
📍 Bürgersaal Ismaning
📅 Sonntag, 12. Juli
🕐 13:00 bis 18:00 Uhr (durchgehend geöffnet)
Eintrittspreise:
Kinder (3–15 Jahre): 10 €
Erwachsene: 12 €
Tickets sind direkt an der Tageskasse erhältlich.
Weitere Informationen unter: 0176 75476429.
Armut im Landkreis München
Maria Sabbas-Scouras
Sozialausschuss befasst sich mit aktueller Datenanalyse – Gemeindebefragung soll lokale Bedarfe sichtbar machen
Der Landkreis München zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Einkommen, Kaufkraft und Beschäftigungsquote liegen deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Dennoch leben auch hier viele Menschen in Armut oder sind von Armut bedroht. Das zeigt eine aktuelle Datenanalyse der Sozialplanung am Landratsamt München, mit der sich der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst hat.
Im Mittelpunkt stand die statistisch messbare monetäre Armut, also die Einkommensarmut. Die Analyse zeigt, wie sich geringe Einkommen auf die Lebenssituation der Betroffenen auswirken – etwa bei Arbeit, Wohnen, Bildung, Überschuldung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Fast jeder sechste Landkreisbürger armutsgefährdet
Im Landkreis München gibt es sehr viele Gutverdiener. Durchschnitts- und Medianeinkommen liegen entsprechend hoch. Gleichzeitig ist das Einkommen überdurchschnittlich ungleich verteilt. Gute Durchschnittswerte können deshalb verdecken, dass viele Menschen finanziell stark belastet sind.
Das zeigt sich auch bei der Armutsrisikoquote. Wird der Landesmedian zugrunde gelegt, lebten 2024 rund 7,1 Prozent der Landkreisbevölkerung unterhalb der Armutsrisikoschwelle. Das entspricht etwas mehr als 25.000 Menschen. Werden dagegen die Rahmenbedingungen des Landkreises sowie das Medianeinkommen der örtlichen Bevölkerung bei der Berechnung berücksichtigt, steigt die Quote auf 15,7 Prozent. Damit ist fast jede sechste Person armutsgefährdet. In absoluten Zahlen sind das mehr als 55.000 Menschen.
Im Jahr 2024 erhielten mehr als 16.000 Menschen im Landkreis Leistungen der sozialen Mindestsicherung, unter anderem Grundsicherung im Alter oder Leistungen nach dem SGB II. Die Mindestsicherungsquote lag damit bei 4,6 Prozent. Diese Zahl bildet aber nur einen Teil der Wirklichkeit ab. Denn sie erfasst nur Menschen, die tatsächlich Leistungen beziehen. Nicht enthalten sind Personen, die Anspruch auf Unterstützung hätten, diese aber nicht beantragen, sei es aus Scham oder fehlender Information. Im Landkreis München könnten geschätzt bis zu 8.000 Menschen betroffen sein. Hinzu kommen Haushalte, die knapp oberhalb der Bemessungsgrenzen liegen oder nur vorgelagerte Hilfen wie Kinderzuschlag oder Wohngeld bekommen, aber wegen der hohen Lebenshaltungskosten dennoch in prekären Verhältnissen leben.
Arbeit, Wohnen und Bildung als zentrale Faktoren
Auch Erwerbsarbeit schützt nicht immer vor Armut. Trotz hoher Beschäftigungsquote waren 2025 mehr als 1.400 erwerbstätige Menschen im Landkreis auf Grundsicherung angewiesen. Gründe sind unter anderem niedrige Löhne, Teilzeit, befristete oder unsichere Beschäftigungsverhältnisse, hohe Wohnkosten und familiäre Belastungen.
Die Wohnsituation ist ein weiterer zentraler Armutsfaktor. Hohe Mieten und ein knappes Angebot an bezahlbarem Wohnraum belasten vor allem Haushalte mit geringen Einkommen. Eine Mietbelastung von mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens gilt als kritisch, weil dann weniger Geld für andere Lebenshaltungskosten bleibt und damit das Risiko für Überschuldung und soziale Ausgrenzung steigt.
Auch Bildung steht in engem Zusammenhang mit Armutsrisiken. Gute Bildungsabschlüsse verbessern die Chancen auf stabile und besser bezahlte Arbeit. Der Landkreis weist insgesamt gute Bildungswerte auf. Aber auch hier ist beispielsweise ein Anstieg bei Schulabgängen ohne Abschluss und vorzeitig gelösten Ausbildungsverträgen zu beobachten.
Kinder, Alleinerziehende und Senioren besonders gefährdet
Besonders von Armut gefährdet sind Kinder, Jugendliche, Alleinerziehende, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Migrationshintergrund. 2025 lebten mehr als 2.900 Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB II. Diese Zahl erfasst jedoch nicht alle Kinder in Armut. Nicht berücksichtigt sind etwa Familien, die keine Leistungen beantragen, knapp oberhalb der Leistungsgrenze liegen oder durch hohe Wohnkosten stark belastet sind.
Alleinerziehende sind besonders häufig betroffen. Rund 11.500 Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern leben im Landkreis. Sie stellen etwa jeden fünften Haushalt mit Kindern, machen aber mehr als 60 Prozent der Haushalte mit Kindern aus, die Grundsicherung beziehen.
Auch Altersarmut gewinnt an Bedeutung. 2024 bezogen mehr als 2.100 Menschen im Landkreis Grundsicherung im Alter. Die Zahl steigt seit 2020 kontinuierlich. Besonders betroffen sind Frauen sowie ausländische Seniorinnen und Senioren. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer: Studien gehen davon aus, dass bis zu 60 Prozent der Anspruchsberechtigten Grundsicherung im Alter nicht beantragen.
Gemeindebefragung als nächster Schritt
Der Sozialausschuss hat sich eingehend mit der vorgelegten Analyse auseinandergesetzt und die Verwaltung beauftragt, im nächsten Schritt eine Gemeindebefragung durchzuführen. Ziel ist es, die statistischen Daten durch lokales Wissen zu ergänzen und Handlungsschwerpunkte abzuleiten. Auch Best-Practice-Beispiele sollen erfasst und den anderen Kommunen zur Verfügung gestellt werden.
Landrat Christoph Göbel betonte: „Die Datenanalyse zeigt uns sehr deutlich, dass Armut auch in einem wirtschaftlich starken Landkreis wie dem unseren ein ernstes Thema ist. Die geplante Gemeindebefragung ist deshalb eine wichtige Ergänzung. Unsere Städte und Gemeinden wissen oft sehr genau, wo Menschen in schwierigen Lebenslagen sind, vor allem auch dann, wenn sie offiziell nicht unter die allgemeinen Bemessungsgrenzen fallen. Das sind Familien, die sich die Schulfahrten für ihre Kinder nicht leisten können, Menschen, die auf Tafeln angewiesen sind, oder Haushalte, die trotz Einkommen jeden Monat an ihre Grenzen kommen. Wir müssen uns diesen Themen dringend stellen. Und wir müssen gemeinsam mit den Kommunen im interkommunalen Dialog Lösungen finden.“
Quelle: Landratsamt München (Stand 30.06.2026)