Gemeinsam für den Ernstfall gerüstet
Maria Sabbas-Scouras
Beim zweiten Bevölkerungsschutztag im Landkreis München stand neben Ausstattung und Können der Einsatzkräfte auch Selbstvorsorge im Fokus
Die Fahrzeugausstattung, das Spezialgerät, aber vor allem auch das fachliche Know-how der Einsatzkräfte und Organisationen im Landkreis München können sich sehen lassen: Wer daran noch Zweifel hatte, wurde spätestens beim zweiten Bevölkerungsschutztag im Landkreis München am 12. September 2026 in Taufkirchen eines Besseren belehrt. Bei strahlendem Sonnenschein zeigten Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsorganisationen, Landes- und Bundespolizei, Technisches Hilfswerk (THW), Bundeswehr und viele weitere Akteure, wie der Bevölkerungsschutz im Landkreis München aufgestellt ist und gaben Einblicke in ihre vielfältige Arbeit.
Schon weit vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung um 12 Uhr mittags strömten die ersten Besucherinnen und Besucher auf das Gelände, angezogen von den zahlreichen Fahrzeugen und Einsatzgeräten, die bereits seit dem frühen Morgen aus dem ganzen Landkreis nach Taufkirchen angereist waren. Neben Fahrzeugen wie Rettungs- oder Polizeiwagen war dort auch einiges aufgeboten, was man sonst nicht alle Tage zu Gesicht bekommt, etwa ein Wasserwerfer der Bundespolizei, zwei Helikopter, die unter anderem bei Rettungs- und Löscheinsätzen unterstützen, ein mobiles Analyse-Labor des ABC-Zugs München-Land oder das neue Wechsellader-Fahrzeug des THW, aufgrund seiner Größe auch „Monster-Truck“ genannt. Letzterer wurde gemeinsam mit einem Versorgungs-LKW der Johanniter-Unfall-Hilfe zu Beginn der Veranstaltung gesegnet. Beide Fahrzeuge konnten mithilfe einer Förderung des Landkreises beschafft werden. Nostalgiker unter den Besuchern kamen zudem bei einer Oldtimerschau alter Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge auf ihre Kosten.
Rund um ihre Präsentationsflächen erläuterten die 24 Aussteller des Bevölkerungsschutztags ihre Arbeit und standen bereitwillig Rede und Antwort für die zahlreichen Fragen der Besucherinnen und Besucher. Wer wollte, konnte sich auch direkt vor Ort über die eigenen Einstiegsmöglichkeiten in ein Ehrenamt bei einer der teilnehmenden Organisationen informieren. Ergänzend standen Berufs- und Karriereberatungen bei den teilnehmenden Sicherheitsbehörden auf dem Programm.
An einigen Stationen konnten die rund 2.000 Besucherinnen und Besucher auch selbst aktiv werden und unter anderem ihr Wissen in Erster Hilfe und ihre Fähigkeiten bei Wiederbelebungsmaßnahmen unter Beweis stellen. Insbesondere die kleinsten Gäste, die an diesem Tag den Weg auf den Taufkirchner Volksfestplatz gefunden hatten, konnten darüber hinaus beispielsweise beim Feuerlöschtraining üben, ein kleines Feuer per Wasserschlauch zu löschen oder per Knopfdruck eine Sirene auszulösen und die unterschiedlichen Bedeutungen der verschiedenen Sirenen-Signale kennenzulernen.
Schauübungen als Besuchermagneten
Als wahre Besuchermagneten entpuppten sich auch die insgesamt fünf größeren Übungen, die über den Nachmittag verteilt stattfanden. Den Anfang machte die Freiwillige Feuerwehr Taufkirchen, die einen Einsatz infolge eines Verkehrsunfalls darstellte. Danach zeigte Rettungshündin Cleo eindrucksvoll, wie sie ihre Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Hochbrück etwa bei der Vermissten-Suche nach einem Unglück unterstützen kann. Dazu wurde sie – gut gesichert und auf dem Schoß ihres Hundeführers – aus dem Korb einer Drehleiter abgeseilt, bevor sie am Boden eine dort versteckte Person aufspürte. Bleibenden Eindruck hinterließ auch die anschließende Vorführung der Bundespolizei, die den Einsatz eines Wasserwerfers bei der Räumung einer nachgestellten Sitzblockade demonstrierte, bevor die Rettungshunde der Feuerwehr Hochbrück ein weiteres Mal ihr Können bei einer weiteren Personensuche-Übung zeigten. Den Abschluss bildete eine Übung zur Brandbekämpfung aus der Luft mit einem Hubschrauber, der mit einem Löschbehälter erst flächig, dann punktgenau Wasser abließ.
Wer selbst vorsorgt, kommt besser durch die Krise
Besonderen Anklang fanden auch die zahlreichen Informationsangebote rund um das Thema private Krisenvorsorge. Gleich mehrere Organisationen informierten zum praktischen Umgang mit Not- und Krisensituationen und zeigten, welche Hilfs- und Lebensmittel man zuhause haben sollte, wie man auch ohne Strom nahrhafte Mahlzeiten zubereitet, rechtzeitig für Krisenzeiten vorsorgt und stellten die Katastrophenschutzleuchttürme als zentrale Anlaufstelle für Schutz und Hilfe vor Ort in den Gemeinden vor.
Ergänzend verteilte das Landratsamt München als Untere Katastrophenschutzbehörde umfassendes Informationsmaterial rund um das Thema Sicherheit und Bevölkerungsschutz im Landkreis München, darunter auch eine Dokumentenmappe inklusive einer dazugehörigen Checkliste, in der alle relevanten Unterlagen für Notfälle gesammelt aufbewahrt werden können, um im Krisenfall schnell und mit allem Wichtigen das Haus verlassen zu können.
Landrat Christoph Göbel: „Der Bevölkerungsschutztag hat eindrücklich gezeigt, wie viel jede und jeder Einzelne von uns selbst dazu beitragen kann, um in einer Krisensituation vorbereitet und handlungsfähig zu sein. Wer weiß, wo er Informationen bekommt, was er zuhause vorhalten sollte und wie er sich im Ernstfall richtig verhält, hilft nicht nur sich selbst, sondern entlastet auch unsere Einsatzkräfte. Gleichzeitig können wir stolz und dankbar sein, dass wir uns im Landkreis München auf so ein starkes Netz hervorragend ausgebildeter und hochprofessioneller Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen verlassen können. Gemeinsam arbeiten wir daran, für den Ernstfall gerüstet zu sein.“
Weitere Informationen zum Thema Katastrophenschutz sowie Downloads zu Vorsorge und Verhalten im Notfall finden Interessierte unter www.landkreis-muenchen.de/katastrophenschutz
Quelle: Landratsamt München (Stand 15.09.2026
Ziemlich futuristisch mutet dieser Schutzanzug des ABC-Zugs München-Land an.
Wie Brandbekämpfung aus der Luft funktioniert, demonstrierte ein Hubschrauber im Rahmen einer Übung eindrucksvoll.
Auf dem Schoß seines Hundeführers wird dieser Rettungshund zu seinem Einsatzort abgeseilt.
Größtes Vertrauen braucht es nicht nur für den Feuertunnel. Ein Rettungshunde-Team der Feuerwehr Hochbrück bei einem Übungs-Einsatz.
Gut gerüstet für den Ernstfall. Unzählige Einsatzfahrzeuge von klein bis groß konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer beim Bevölkerungstag in Taufkirchen bestaunen.
Machte mächtig Eindruck: Ein Wasserwerfer der Bundespolizei in Aktion.