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LANDKREIS und MÜNCHENER NORDEN

Grundstein für die Zukunft des Beruflichen Schulzentrums München-Land gelegt

Maria Sabbas-Scouras

Erweiterungsbau in Riem nimmt Gestalt an – Fertigstellung für 2029 geplant

Knapp ein Jahr nach dem ersten Spatenstich haben Landrat Christoph Göbel, Schulleiter Jörg Schnadel und Architekt Tobias Mattes von Köhler Architekten am Montag, den 26. Oktober 2026, symbolisch den Grundstein für die Erweiterung des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums München-Land im Münchner Stadtteil Riem gelegt. Gemeinsam befüllten sie eine Zeitkapsel mit Erinnerungsstücken, versiegelten sie und betonierten sie in den Grundstein ein.

Das Staatliche Berufliche Schulzentrum München-Land wächst weiter. Mit der Grundsteinlegung wurde Ende Oktober ein weiterer Meilenstein für ein Leuchtturmprojekt der Bildungslandschaft im Landkreis München erreicht. Bedeutung und Einfluss des Beruflichen Schulzentrums reichen inzwischen weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Seit Jahrzehnten wächst der Standort und mit ihm auch das Bildungsangebot. In der Fachrichtung Pferdewirtschaft umfasst der Schulsprengel nicht nur ganz Bayern, sondern reicht darüber hinaus bis nach Südtirol. Auch im Bereich Landwirtschaft hat die Schule einen großen Einzugsbereich. Ihr kommt somit eine wichtige Bedeutung für die Zukunft der Landwirtschaft bei. Darüber hinaus sind in Riem die Berufsfachschule für Kinderpflege, die Berufsschule für Hauswirtschaft sowie die Fachakademie für Sozialpädagogik beheimatet. Hinzu kommen außerdem Berufsintegrationsklassen für junge Geflüchtete.

Nach Fertigstellung der Erweiterung sollen rund 1.000 Schülerinnen, Schüler und Studierende in den verschiedenen Ausbildungsrichtungen am Schulzentrum lernen.

Bildung bleibt zentrale Aufgabe

Mit dem Erweiterungsbau schafft der Landkreis die räumlichen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Schulzentrums. Geplant sind unter anderem eine Aula, eine Mensa, eine moderne Sporthalle sowie zusätzliche Räume für Gymnastik und Fitness. Auch Verwaltung und Fachräume werden künftig gemeinsam genutzt. Das Gebäude wird barrierefrei errichtet und erhält ein Leitsystem für sehbeeinträchtigte Menschen.

Landrat Christoph Göbel betonte bei der Grundsteinlegung, dass der Landkreis mit dem Neubau bewusst und mit großem finanziellem Einsatz in ein zukunftsfähiges Schulzentrum investiere. Bildung bleibe auch angesichts wachsender Kosten eine der zentralen Aufgaben des Landkreises.

„Die schönsten Mauern mit den besten Grundsteinen tragen nichts, wenn darin nicht das geleistet wird, worauf es ankommt: den Jugendlichen Bildung zu vermitteln und ihnen das Rüstzeug für ihre berufliche wie persönliche Zukunft an die Hand zu geben“, sagte Göbel in seiner Ansprache. Dem werde im Schulzentrum in Riem mit großem Engagement Rechnung getragen.

Die Gesamtkosten für das Vorhaben liegen nach derzeitiger Planung bei rund 84 Millionen Euro. Ein Teil davon soll voraussichtlich aus dem Sondervermögen des Bundes finanziert werden. Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus ist für 2029 vorgesehen.

Was der Grundstein über seine Zeit erzählen soll

Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Plombe, die künftig Teil des Grundsteins und damit des Gebäudes sein wird. Sie soll späteren Generationen einen Eindruck davon vermitteln, was die Schule und die Menschen, die sie heute prägen, bewegt.

Schulleiter Jörg Schnadel stellte die Gegenstände vor, die dafür ausgewählt wurden. Dazu gehört unter anderem eine Ausgabe der Bayerischen Verfassung. Das Datum der Grundsteinlegung bot dafür einen besonderen Anlass: Genau 80 Jahre zuvor, am 26. Oktober 1946, hatte die Verfassunggebende Landesversammlung die Bayerische Verfassung verabschiedet. Für die Schule stehe sie sinnbildlich dafür, dass ihr Auftrag über die reine Vermittlung von Fachwissen hinausreiche. Schule vermittle auch Werte, stärke Demokratie- und Verantwortungsbewusstsein und begleite junge Menschen auf ihrem Weg zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern, so Schnadel.

In die Plombe kamen außerdem Beiträge von Schülerinnen und Schülern, Jahresberichte und das Leitbild der Schule, ein Foto des Kollegiums, Bastelarbeiten aus dem Bereich Kinderpflege, eine Schulbroschüre und ein Luftbild der beiden Schulstandorte. Auch ein Rezept für Zimtschnecken, eine aktuelle Tageszeitung sowie ein Münzsatz fanden ihren Weg in die Zeitkapsel

Von Gedanken, die Gestalt annehmen

Architekt Tobias Mattes von Köhler Architekten griff in seinem Beitrag das zuvor vom Lehrerchor gesungene Lied „Die Gedanken sind frei“ auf. Für Architekten sei es ein besonderer Moment zu erleben, wie Gedanken nach und nach reale Form annähmen: zunächst im Kopf, dann auf Papier und Bildschirm und schließlich in den Werkstoffen, die das Gebäude bildeten.

Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von einem Lehrerchor mit Klavier und Gitarre. Zum Auftakt erklang die Melodie der „Ode an die Freude“ mit einem eigens auf den Schulbau zugeschnittenen Text. Es folgte „Die Gedanken sind frei“. Den Abschluss bildete ein Stück zur Melodie des Präludiums aus dem „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier, bekannt als Eurovisionshymne.

Anschließend gingen die Gäste gemeinsam zur Baustelle. Dort befüllten Landrat Christoph Göbel, Schulleiter Jörg Schnadel und Architekt Tobias Mattes die vorbereitete Zeitkapsel, versiegelten sie und betonierten sie gemeinsam in den Grundstein ein. Damit ist nun auch ein Stück Gegenwart dauerhaft im künftigen Schulgebäude verankert.

Quelle: Landratsamt München (Stand 27.10.2026)

Landrat Christoph Göbel, Schulleiter Jörg Schnadel und Architekt Tobias Mattes (v. r.) befüllten gemeinsam die Zeitkapsel mit zahlreichen Erinnerungsstücken, bevor sie in den Grundstein einbetoniert wurde.

Gemeinsames Erinnerungsfoto mit allen Teilnehmern auf der Baustelle des Erweiterungsbaus für das Staatliche Berufliche Schulzentrum München-Land anlässlich der Grundsteinlegung.

Fotos: Claus Schunk