Spenderinnen und Spender erhalten Einblick in CO2-Abscheidung
Maria Sabbas-Scouras
TUM Carbon Removal Initiative e. V. erforscht Möglichkeiten technologischer Treibhausgassenken
Selbst wenn die gesamten Treibhausgasemissionen weltweit sofort runtergefahren würden, ließe sich der Klimawandel nicht mehr vollständig aufhalten. Entscheidend ist daher die Frage, wie sich Treibhausgasemissionen, die über den natürlichen Kreislauf hinweg in der Atmosphäre sind, reduzieren lassen. Mit diesen so genannten Negativemissionen beschäftigt sich die TUM Carbon Removal Initiative e. V. an der Technischen Universität München. Unterstützt wird die studentische Initiative durch die Crowdfunding-Plattform Aktion Zukunft+. Die ermöglichte am Donnerstag (22. Januar) ihren Spenderinnen und Spendern, einen Einblick in die wissenschaftliche Forschung zur Treibhausgassenkung zu bekommen.
Der natürliche Kreislauf ist gestört. Seit Beginn der Industrialisierung hat die Menschheit mehr CO₂ in die Atmosphäre ausgestoßen als durch natürliche Prozesse – etwa die Photosynthese der Pflanzen – wieder aus der Luft entzogen werden kann. Die Folge der steigenden CO₂-Konzentration ist der Klimawandel. Neben der Wiederherstellung natürlicher CO₂-Senken, wie etwa der Aufforstung von Waldflächen oder der Wiedervernässung trockengelegter Moore, gibt es auch Möglichkeiten, das CO₂ mit unterschiedlichen Technologien zu entfernen. Eine Methode ist die direkte Abscheidung von CO₂ aus der Umgebungsluft und die Umwandlung in Trockeneis. Genau damit beschäftigt sich die von Studentinnen und Studenten der Technischen Universität München gegründete TUM Carbon Removal Initiative e. V.
Finanzierung einer Vollzeitstelle
Unterstützt wurden die jungen Menschen dabei durch die Aktion Zukunft+. „Über die Crowdfunding-Plattform konnten Spenderinnen und Spender direkt mithelfen, dieses Projekt zu finanzieren“, sagt Evelyn Reisner, strategische Projektleitung für die Aktion Zukunft+ im Landratsamt München, und ergänzt: „Mit den Mitteln, die Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen und andere Institutionen in der Region gespendet haben, wird eine auf ein Jahr befristete Vollzeitstelle bei der studentischen Initiative finanziert.“
Die Anstellung einer erfahrenen Fachkraft hilft dabei, den Engineering-Prozess zu professionalisieren, den Aufbau der ersten Pilotanlage voranzutreiben, Prozesssicherheit und Datenerhebung zu gewährleisten und die Technologie für eine
spätere Skalierung vorzubereiten. „Für uns als gemeinnützigen studentischen Verein ist die Vollzeitstelle ein echter Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Technologie. Sie ermöglicht nicht nur die planmäßige Fertigstellung unserer ersten Pilotanlage, sondern stärkt die gesamte Arbeit der Initiative, indem sie diese auf ein neues Qualitätsniveau hebt“, ergänzt Greta Baden, Vorstandsmitglied der TUM Carbon Removal Initiative e.V.
„Mit dem Aktionstag bei der TUM Carbon Removal Initiative e. V. haben wir unseren Spenderinnen und Spendern ermöglicht, sich über das Projekt und seine Bedeutung zu informieren. Uns ist es wichtig, auf diese Weise Transparenz zu schaffen und den Menschen, die uns ihr Geld für den Klimaschutz in der Region anvertrauen hautnah erklären zu können, wie jede Spende wirkt“, so Lara Hein, zuständige Mitarbeiterin für lokale Projekte der Aktion Zukunft+ bei der Energieagentur Ebersberg-München.
Über die Aktion Zukunft+
Die Aktion Zukunft+ ist eine Initiative der Landkreise München und Ebersberg in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ebersberg-München. Mit dem Erwerb von Zukunft+ Zertifikaten unterstützen Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Organisationen und Kommunen Klimaschutzprojekte in der Region und weltweit. Spenderinnen und Spender entscheiden dabei selbst, welches Projekt unterstützt und so via Crowdfunding in die Umsetzung gebracht wird. Ein Zukunft+ Zertifikat kann für 20 Euro über www.aktion-zukunft-plus.de erworben werden und ist mit dem Wert einer Tonne CO2 hinterlegt. Die eigenen Treibhausgasemissionen können so nach individuellem Wunsch ganz oder in Teilen ausgeglichen werden. Die Spendenbeiträge finanzieren zu gleichen Teilen ausgewählte Klimaschutzprojekte in den Landkreisen München und Ebersberg sowie im globalen Süden.
Quelle: Landratsamt München (Stand 23.01.2026)