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LANDKREIS und MÜNCHENER NORDEN

Kleine Klimahelden ganz groß

Maria Sabbas-Scouras

Kinder und Jugendliche überzeugen mit kreativen Ideen und viel Wissbegier bei der ersten Projektbörse zum Umwelt- und Klimaschutz im Landkreis München
Klimaschutz, Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Verhalten beginnen im Kleinen. Welche positiven Veränderungen man schon mit geringem Aufwand erzielen kann und welche Projekte, Arbeitsgruppen und Informationsmöglichkeiten es im und um den Landkreis München schon gibt, das zeigte die Projektbörse „Klima retten – aber wie?“. Gemeinsam mit dem Kreisjugendring München-Land hatte der Landkreis im Rahmen der 29++ Klima. Energie. Initiative. am Freitag, 27. Oktober zu der ersten Veranstaltung dieser Art ans Ernst-Mach-Gymnasium in Haar eingeladen.
Einen ganzen Vormittag lang konnten sich Schüler wie Lehrer an über 25 Stationen informieren, wie Umwelt- und Klimaschutz ganz konkret und praktisch in der Schule gelebt und gefördert werden kann, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Unterrichtsalltag integriert werden kann und welche Kooperationspartner und Exkursionsorte es rund um das Thema Umweltbildung in der Umgebung gibt.

Infostände, Workshops und Vorträge für viele hundert Besucher
Energie wird oft erst dann greifbar, wenn man sie selbst aufbringen muss. Wie viel Energie benötigt wird, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen oder einen Liter Wasser nur um ein Grad zu erwärmen, das konnten die Besucher der Projektbörse hautnah auf dem Ergometer „erfahren“. Auf dem Fitnessgerät, das der KJR für die Energieerzeugung bereitgestellt hatte, kamen einige Schülerinnen und Schüler ganz schön aus der Puste. Mit der eben gemachten Erfahrung im Hinterkopf nahmen sie sich vor, immer daran zu denken, das Licht auszuschalten, wenn sie einen Raum verlassen.
Eine lange Verschnaufpause gönnte sich an diesem Vormittag niemand – kein Wunder bei den vielen spannenden Angeboten, die es zu entdecken gab. Nur ein paar Schritte weiter warteten die Mitglieder der Umwelt-AG der Grundschule Sauerlach darauf, ihre Projekte vorzustellen, die Ernährungsberaterin des Landkreises München, Anne Kösler, informierte über den Zusammenhang zwischen Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz und die Schulwald-Ranger des Gymnasiums Ottobrunn gaben Einblicke in ihr Vorzeigeprojekt, den Schulwald. Im ersten Stock wurden unterdessen zahlreiche Vorträge und Workshops für Erwachsene wie Schüler angeboten, etwa die Planspiele „Energiespardorf Bayern“ und „Energetingen“.

Weitere Projekttage geplant – neue Ideen gesucht
Mit neun teilnehmenden Schulen und einer hohen dreistelligen Besucherzahl war die erste Projektbörse zum Thema Klima- und Umweltschutz im Landkreis München ein voller Erfolg – und nicht der letzte, wie Evelyn Reisner, die das Thema Klimaschutzbildung im Landratsamt München betreut, betont: „Gerade in Sachen Umwelt- und Klimaschutz dürfen wir nicht nur das Heute im Blick haben. Ein Umdenken passiert nicht von jetzt auf gleich, alte Gewohnheiten legt man nicht von einer Minute auf die andere ab. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir langfristig planen und nachfolgende Generationen schon von klein auf für umweltbewusstes und klimaschonendes Handeln sensibilisieren. Die Umweltbildung für Kinder und Jugendliche ist deshalb ein ganz zentrales Standbein der 29++ Klima. Energie. Initiative., in die wir gemeinsam mit dem Kreisjugendring viel Zeit und Energie investieren“, so Reisner.
Gerade Kinder und Jugendliche hätten oft großes Interesse daran, sich in diesem Bereich zu engagieren, oft fehle es nur an einem kleinen Anstoß, manchmal auch an den benötigten finanziellen Mitteln. Aber auch hier hat der Landkreis inzwischen Abhilfe geschaffen und einen Fördertopf aufgelegt. „Kinder und Jugendliche, die bereits Ideen und Projekte im Kopf haben, sie aber finanziell nicht stemmen können, haben die Möglichkeit, beim Landkreis einen Antrag auf Förderung zu stellen“, erklärt Reisner. Auch dazu bieten Veranstaltungen wie die Projektbörse umfangreiche Informationsmöglichkeiten. Weitere Aktionstage sollen folgen, interessierte Teilnehmer und Schulen können sich jederzeit im Landratsamt München melden.
Die Themenvielfalt darf dabei weit über das Thema Energie hinaus reichen. Gefragt sind auch Projekte aus den Bereichen Ernährung, Müll, Konsum, Gärtnern oder Mobilität. Schülerinnen und Schüler, Pädagogen, Umweltbeauftragte und weitere Interessierte, die gerne eigene Projekte zum Thema Klimaschutzbildung auf die Beine stellen möchten, sind herzlich zur Teilnahme und zum Austausch eingeladen.

Netzwerk Klimaschutzbildung
Mit dem Projekt 29++ Klima. Energie. Initiative. hat sich der Landkreis München das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen auf rund sechs Tonnen pro Kopf zu halbieren. Unter anderem wird dazu derzeit ein Netzwerk aus Schulen, außerschulischen Einrichtungen, Verwaltung, NGOs, Verbänden, Vereinen, Initiativen sowie am Thema interessierten und engagierten Einzelpersonen etabliert. Gemeinsam wollen die Beteiligten Kinder und Jugendliche dafür begeistern, als Klimaretter für ihre Zukunft aktiv zu werden.

Quelle: Landratsamt München

 Zur Eröffnung der Projektbörse waren auch die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche sowie Haars Erste Bürgermeisterin Gabriele Müller in das Ernst-Mach-Gymnasium gekommen.

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 Kann eine Zitrone eine Lampe zum Leuchten bringen? Das war nur einer von vielen Versuchen, die die Besucher selbst durchführen konnten.

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 Spülmaschine, Heizung, Unterhaltungselektronik: Welche Geräte wie viel Strom fressen, konnten die Schülerinnen und Schüler beim Planspiel Energiedorf Bayern live erfahren.

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